• Kristine Bath

Du bist nicht allein! - Die therapeutische Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen

Aktualisiert: Juni 11


DU bist die Summe Deiner ICH-Anteile!


Ja, es ist schön, an Deinem imposanten Haus, den vielen Fenstern, Deinem gepflegten Vorgarten, Deiner Doppelgarage mit dem hochwertigen Auto vorbei zu spazieren…


Aber wer wohnt eigentlich in diesen Wänden?


Wer bist Du? - Im Außen!


Welche Botschaft möchtest Du nach außen senden und was steckt dahinter? Bist Du das? Oder ist es nur einer Deiner Mitbewohner Deines inneren Hauses?


Gezielte Außenwirkung - entspringt dem Grundbedürfnis nach Anerkennung

Viele Menschen investieren viel Geld, Zeit und Energie, um eine bestimmte Außenwirkung zu erzielen. Durch Bewunderung, sogar durch Neid der anderen fühlen sie sich wertvoll – bestätigt – anerkannt – bewundert.


Das entspricht der Natur des Menschen und entspringt einem elementaren inneren Grundbedürfnis des Menschen nach Anerkennung.


Wer bist Du? - Im Inneren!


Aber wie sieht Dein Bild von Deiner Innenwelt aus? Wieviel weißt Du über das Sein und die Wirkungsmechanismen Deiner Innenwelt? Wer bist Du?


Du bist die Summe Deiner inneren (An-) Teile! Du bist nicht allein. Du hast eine Vielzahl von „Mitbewohnern“! Kennst Du sie?

Das ICH ist eine Vielzahl von Persönlichkeitszuständen.

Unser ICH ist eine Vielzahl von Persönlichkeitszuständen. Sie entstehen durch Umweltinteraktionen. Die Umstände und Gegebenheiten unserer Umgebung, z.B. das Land, der Ort, in dem wir aufwachsen prägt uns mit seinen sozialen, kulturellen, politischen, u.a. Faktoren. Unsere Bezugspersonen, die Menschen, die uns "erziehen" geben uns weiter, was sie selbst verinnerlicht haben. Wir übernehmen unbewusst ihre Werte, Normen, Glaubenssätze und Bewertungen. Bei eigens erlebten Traumatisierungen erschafft unser Gehirn als Bewältigungsstrategie Ich-Anteile, die uns unterstützen, das Erlebte „zu überstehen“.



Jeder Anteil oder Ich-Zustand hat die Aufgabe, psychische Bedürfnisse zu regulieren, Probleme zu lösen oder Konflikte zu bewältigen. Dies sind Versuche unseres Gehirns und unserer Persönlichkeit, uns durch die Welt, durch unser Leben zu navigieren. Sie sind gekommen, um uns zu helfen und um uns zu schützen.


Und dennoch gibt es Situationen, in denen wir nicht

angemessen reagieren oder in denen wir uns

unwohl fühlen, ohne zu wissen, warum.




Kennst Du diese inneren Stimmen?

Wir nehmen innere Anteile als "innere Stimmen" wahr, die nicht immer einer Meinung sind.

Manche beschreiben diese innere Streitgespräche mit dem Bild von „Engelchen und Teufelchen“ auf den Schultern. Das Engelchen hat gute PRO-Argrumente für etwas, das Teufelchen legt seine CONTRA-Argrumente dar.

Im Volksmund ist die Redensart bekannt: „Zwei Seelen wohnen in meiner Brust“. Dieser Ausspruch beschreibt jemanden, der widersprüchliche Gefühle, unterschiedliche Neigungen oder Bedürfnisse hat.

Wir kennen das, wenn der logische Verstand „Nein“ sagt, das Herz aber „Ja“ schreit.


So wie wir mit anderen Menschen nicht immer einer Meinung sind, kommt auch zu Disharmonien in uns. Vertreten einzelne Anteile, sehr widersprüchliche Ziele und Interessen, sind wir im inneren Zwiespalt und Zweifel. Wir befinden uns in einem inneren Konflikt, sind entscheidungsunfähig. In diesem Zustand fühlen wir uns „unfähig“, zweifeln an uns selbst, fühlen uns ohnmächtig oder hilflos. Unser Selbstbewusstsein leidet, wenn wir diese inneren Vorgänge nicht in Einklang bringen können.


An dieser Stelle kommt die Psychotherapie ins Spiel. Die „Systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen“, „Schematherapie“, „Ego-State-Therapie“ oder der „Teilearbeit“, arbeiten mit diesem Prinzip dieses inneren SEINS.


Die Kontaktaufnahme mit Persönlichkeitsanteilen erfolgt im therapeutischen Rahmen über eine Alltagstrance/formelle Trance (Hypnotherapie/Hypnose), über Externalisierungstechniken (z.B. Gestalttherapie) oder über die „Leere-Stuhl-Technik“.


Zwei wesentliche Ziele der auf diese Persönlichkeitsanteile ausgerichteten Therapiemethoden sind:

  1. Zugang zu unterbewussten Hintergründen, über die Funktionsweisen und Strategien unseres Inneren Seins zu erhalten. Auf rein kognitivem Weg sind uns diese Informationen nur schwer oder gar nicht zugänglich.

  2. Die inneren Anteile in eine innere kooperative Zusammenarbeit zu führen. Dadurch werden belastende Erfahrungen für den Menschen besser bewältigbar, Entwicklungsprozesse angeregt, Konflikte harmonisiert und Wachstumsprozesse möglich. Denn sie können lernen, wachsen und sich verändern.



FAZIT

Wenn wir wissen, wer wir sind, können wir uns auch verändern.

Wenn wir nicht wissen, wer wir sind und nicht verstehen, wie wir „ticken“ – ist eine nachhaltige und gezielte Veränderung von Denk-, Gefühls-, Handlungs- und Interaktionsmustern schwer möglich.


Die Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen (Ego-States) ist ein sehr wirkungsvoller Therapieansatz, um Dich SELBST besser zu verstehen, anzunehmen, zu verändern und mit Dir und Deinen inneren Anteilen in eine ausgewogene Balance zu gelangen.


Du bist ein Haus mit vielen Zimmern.

Es ist hilfreich zu wissen, wer diese bewohnt!



Möchtest Du mehr über Dich erfahren?


Dann melde Dich in meinem Newsletter an. Erhalte regelmäßige Impulse, Denkanstöße und fachliche Beiträge für Dein persönliches inneres Wachstum!


ODER


Buche direkt einen Termin für ein 15-minütiges kostenloses Vorgespräch!




__________________________________________________________________________________


Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/118248/Schematherapie-Organisationseinheiten-psychischer-Prozesse

https://www.integrative-teilearbeit.de/wp-content/uploads/2016/11/Das-Innere-Team-in-der-PT-2013.pdf

Fritzsche, K. (2014). Praxis der Ego-State-Therapie (2. Aufl.). Heidelberg: Carl-Auer Verlag GmbH

Watkins, J. & Watkins, H. (2003). Ego-States. Theorie und Therapie. Heidelberg: Carl-Auer Verlag GmbH

Holmes, T. & Holmes L. (2010). Reisen in die Innenwelt. Systemische Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen. (9. Aufl.). München: Kösel-Verlag